Donnerstag, 31. Mai 2012
kein Kopfschmuck sondern Maske
nordportugiesische Traditionen
Böse Geister vertreiben mit rituellen Masken , das gibt es nicht nur in Afrika oder in der Schweiz und in Deutschland, sondern auch im Norden von Portugal. Die Masken werden traditionell beim Tanz getragen. Das Bild zeigt eine dieser riesigen Masken , die in Porto in einer eigenen Ausstellung zum Thema gezeigt wurden. Eigentlich sind sie aus dem Minho. Leider wurden keine weiteren deutschsprachigen Infos im Netz gefunden ausser , dass es noch andere besondere traditionelle Besonderheit im Norden Portugals gibt , wie etwa einen Schlagstocktanz. Die Masken sind ethnographisch erforscht und dokumentiert und Genaueres dürfte man sicherlich direkt vor Ort finden oder unter sapo.pt.
(Zum Schlagstocktanz liegt eine Arbeit vor unter www.univie.ac.at von Barbara Alge - Kontinuität und Wandel in der Tradition der Pauliteiros de Mirando. ( Feldforschung)
Foto von mir.
Mittwoch, 30. Mai 2012
Das Faire und Veggiehafte beim Essen
Essen hat auch seine persönlichen und auch seine gesellschaftspolitischen Geschichten .
Beim Blättern in einem Buch entdeckte ich ein vegetarisches Curryrezept.
Wenn ich mich richtig daran entsinne, kochte ich mein erstes Curry nach Rezepten der GEPA mit einem kleinen Gewürzsortiment zusammengestellt von Misereor.
Ich las damals das Buch mit Eifer und war begeistert von Currys. Die Gewürze hatten es mir angetan: Gelbwurzel, Coriander, Cumin und Senfkörner. Schnell hatte ich raus , dass man mit einfachsten Gemüse die köstlichsten Gerichte machen konnte ohne viel Geld und mit viel Geschmack. Die Gewürze gibt es sicherlich immer noch bei der GEPA und die Rezepte ?
Vielleicht in Online-version. Damals war der ökologische Aspekt von vegetarischer Kost noch nicht so bekannt. Der politische Aspekt war ,sich beim Kochen für einen gerechteren Handel von Rohstoffen und weiterverarbeiteten Rohstoffen ,"fair trade", einzusetzen und sich über andere Kulturen zu informieren. Als ich dann später nach Portugal ging, stellte ich fest , Currygerichte waren auch in der afrikanischen Küche zu Hause und waren so über Indien , nach Afrika z. B. Mosambik gekommen und dann auch in einigen portugiesischen Küchen gelandet. So lassen sich Spuren nachzeichnen. Die afrikanischen und asiatischen Currygerichte sind nicht mehr wegzudenken von der Weltspeisekarte.Auch die arabische Küche verwendet viele dieser Gewürze, wohl kein Curry , aber Cumin , Coriander etc. Und auch dort ist die vegetarische Falafel mit ihren Bällchen aus Kichererbenspüree sogar eine der wichtigsten Gerichte . Wer könnte sich heute noch eine Stadt ohne indische oder andere orientalische Lebensmittelgeschäfte und Restaurants vorstellen? In Deutschland wäre das vielleicht noch denkbar(eigentlich selbst das nicht mehr), aber z. B. in England ,unmögliche Vorstellung!
Wie auch immer ,man lernt dazu und die Gesichtspunkte ändern sich . Vegetarisches Essen tut nicht nur etwas gegen globale Erderwärmung, sondern es ist auch ,wenn es zum Beispiel mit Linsen oder anderen Hülsenfrüchten angereichert ist, schon alleine wegen der Proteine ungemein nährreich und gesund. Also morgen ist Veggitag ! Dann mal ran an den Curry:
_______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________-- 6 frühlingszwiebeln,400 g möhren,2 knoblauchzehen,4 tl speiseöl,225g Erbsen,160 rote linsen,4 tl currypulver,1tl cayennepfeffer,1 tl kreuzkümmel, 400 gr kokosmilch, salz, zironensaft für den dip: 1 topf minze, 300 g jogurt, gewürze, zirontenschalen----nachdem das gemüse geputzt in kleingeschnitten worden ist, erhitzt man öl in der pfanne. frühlingzwiebel und möhren andünsten, dann alle anderen zutaten hinfügen und mit kokosmilch ablöschen und 13 minuten garen, dann aus den anderen zutaten den dip anrühren.Gemüse mit etwas zironensaft würzen und noch mal abschmecken.Fertig!
Und die Gewürze dazu vielleicht aus dem nächsten Eineweltladen oder aus dem Fairtraderegal des Supermarkts?
Foto : Pixelio Jan Wattjes
Sonntag, 27. Mai 2012
Kleider machen Leute- Ausstellung in Dresden
Wie wirkt Kleidung auf uns ? Was macht Kleidung aus? In dieser neuen Ausstellung in Dresden kann man sehen , wie Geistliche privat gekleidet sind, wie der Mensch vom Militär oder von der Polizei in der Freizeit sich anzieht.
Gab es schon Fotoausstellungen ,wo Menschen in typischer Berufskleidung dargestellt wurden , so ist jetzt der Vergleich , der Unterschied zwischen Privatem und Dienstlichen in der Kleidung das Thema der Fotos.
4.Mai-29.Juli.2012 Herlinde Koeble, 1936 geboren ,ist einer der bekanntesten Fotografinnen in Deutschland. Zahlreiche Bücher und Ausstellung sind von ihr gemacht worden, davor war sie für wichtige Zeitungen wie der New York Times und dem Stern tätig.
Die spektakulärste Ausstellung war sicherlich "Spuren der Macht"(unter dem Namen im Netz zu finden) in der sie für die Ausstellung Joschka Fischer, Angela Merkel , Gerhard Schröder und noch ein paar andere Politiker im Zeitraum von 1991-1998 regelmäßig ablichtete. Herlinde Koeble ist eigentlich auch noch Modedesignerin und Filmemacherin.
Freitag, 25. Mai 2012
Die Nächte von Flores- Cesar Aira
Ein Roman aus Argentinien
Wer kann sich schon vorstellen , auch im fortgeschrittenen Alter noch Pizza ausfahren zu gehen. Sicherlich , die meisten von uns nicht , aber gerade das tut ein Pärchen in Buenos Aires im Stadtteil Flores und zwar nicht nur tagsüber , sondern auch nachts.
Die Idee ist mehr als orginell, einen Roman spielen zu lassen zwischen lauter Pizzatranporteuren auf ihren Mopeds, die durch die Stadt düsen.
Toll, wenn da nicht auch noch eine Entführung wäre , eines eher jungen Mitglieds der Firma.
Der Roman ist sprachlich stark, ungemein genau in seinen Formulierungen, spitzfindig und gekonnt, was bei einem so bekannten Schriftsteller Argentiniens schon fast nicht anders zu erwarten ist. Und sicherlich denkt man dann auch hin und wieder an die Pizzaausträger von Buenos Aires , wenn man diesen Roman gelesen hat und man selbst die Mopeds der Pizzalieferservice an sich vorbeifahren sieht.
Cesar Aira, die Nächte von Flores 2009 erschienen.
Eine Geschichte , die die soziale Realität Agentiniens aufzeigt und dabei mehr als spannend ist.(122 Seiten)
Bild: Roman Catholik, homilies
Dienstag, 22. Mai 2012
http://www.jamesjoyce.ie/listing.asp?id=37
Literaturcenter gibt es viele, aber nur eins für James Joyse. Die spektakuläre Sensation Joyse als Literat hat die noch Bestand ? Vielleicht die falsche Frage . Vielleicht eher der Versuch hinüberzuhelfen aus den Zeitno(ö)ten aus dem gap zwischen einem Heute , Morgen und dem Gestern. Ohne Zweifel die Literatur von James Joyse war bahnbrechend und sie es immer noch über Dublin hinaus. Was nicht bedeutet , dass man nicht selbst wie in den Dubliners durch die Stadt streifen kann , die einzigste Hauptstadt Europas in der Schritsteller immer noch keine Steuern zahlen müssen. Betont schrifstellerfreundlich , wie auch das Zentrum in dem sich gestern am 21. wieder ziemliche viele Autoren zu einer Lesung versammelten . Das Kulturprogramm geht über das Jahr und Dublin hat seine Freude daran,aber besonders zu den bloomsdays finden fast täglich Veranstaltung zu James Joyse statt.(10 Juni bis gegen 24 .Juni.)
Das genaue Programm ist auf der Website einzusehen.
Samstag, 19. Mai 2012
Manuel Alegre und die Geschichte von einem Hund
Manuel Alegre verfasste in seinem Leben schon sehr viele Gedichte , bis er ein Hund wie wir schrieb, das in deutscher Übersetzung 2011 erschien. Sein künstlerisches Schaffen und sein Einsatz für Demokratie und Politik sind eng miteinanderverwoben.
So war der gebürtige Coimbrianer , während der Salazardiktatur sehr lange in Afrika , zunächst in Angola und konnte dann nach einer Inhaftierung nach Algier wechseln um dort einen Rundfunksender im Exil zu betreiben, der die Portugiesen mit Informationen versorgte. Seine Schriften kursierten heimlich in Portugal und mit der Nelkenrevolution 1974 kam er zurück und wurde sofort Mitglied der sozialistischen Partei.
Schon bis dahin , könnte man von einem Lebenswerk sprechen, jedoch folgten noch viel Jahre des Einsatzes und des Schreibens von Gedichten und anderer Schriften und auch der aktiven Politik, des 1936 geborenen.

Da einfach so wenig Literatur von Portugal in übersetzer Form in Deutschland erscheint, kommt es erst jetzt dazu ,dass ein Werk von Manuel Alegre hier überhaupt eine Chance hat entdeckt zu werden. Es ist die Geschichte eines wunderbaren Hundes, Kurika, die da geschildert wird , der mal einfach nicht Hund sein will unter Menschen und der so ganz in der Familie von Menschen agiert und aufgeht. Erst jugendlich und manchmal unerhört und dann älter und einfühlsam und sich solidarisierend mit dem männlichen Erzähler , obwohl er mal mit der Frau der Familie das Schwimmen gelernt hatte, wenn man so etwas nicht vielleicht schon von Geburt her kann.
Wer also bei Manuel Alegre einen Roman erwartet wo es sich um Macht , Intrigen und politische Themen dreht , der wird ein Buch vorfinden, das alleinig privat , menschlich / (tierisch) ( Entschuldigung, schließlich ist der wichtigste Akteur ein Hund) und von einer Wärme und Festigkeit ist, wie man es so zunächst nicht erwartet.
Ich habe das Buch in einer Nacht durchgelesen und war gerüht wegen dieser Einfachheit , Direktheit der Gefühle.
Zunächst dachte ich daran ,das Buch in der deutschen Form lesen zu müssen, aber schon nach einigen Seiten , vergaß ich meine Zweifel und las die Orginalversion auf Portugiesisch. Das ist möglich , weil das Buch zweisprachig gehalten ist. So auch dazu geeignet, sich durch schwierigere Passagen durchzuhangel, weil man die Übersetzung stets parat hat.
Der Hund wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, wie dem Autor sicherlich auch. Denn es handelt sich meiner Meinung nach , wohl um eine wirkliche, authentische Geschichte.

Mittwoch, 16. Mai 2012
Zwei Maler , ein Thema - Blumenbilder von Max Liebermann und Emil Nolde in der Villa am Wannsee
Kunstausstellung in der Liebermann -Villa
Sommerausstellung „Max Liebermann und Emil Nolde“ ist an den Wochenenden und Feiertagen und auch sonst schon jetzt gut besucht.Es lohnt sich also einen Ausflug an den Wannsee zu machen um sich die Blumenbilder von Max Liebermann und auch Emil Nolde anzuschauen.Weil sie unterschiedliche Kunsteinstellungen hatten , zerstritten die beiden sich leider um 1910 rum. Auch danach hatte die beiden sich über lange Zeit sicherlich nichts zu sagen, weil ihre Einstellung zu weit auseinander gingen.
Trotzdem,beide waren leidenschaftliche Gärtner und hatten um ihre Häuser drumherum prachtvolle Staudengärten. Liebermann, der sich dann vom hektischen Leben der Großstadt Berlin erholen konnte am Wannsee und Emile Nolde in Seebüll eigentlich schon richtig auf dem Lande lebend.
Sicherlich ist die Ausstellung , die vom 16.05- 20.08 2012 in der Liebermann Villa stattfindet, nicht nur ein Augenschmaus, sondern sie ist auch in kunsthistorischer Hinsicht interessant, weil es ziemlich deutlich die unschiedlichen Stilrichtungen der beiden Künstler aufzeigt.
Am 21.5 wird zum Thema Gartenbilder ein Vortrag angeboten um 19.00 Uhr. Und ein paar Tage später findet ein Malkurs , genauer am 11.Juni, vormittags in der Villa statt. Die Kursgebühr beläuft sich um die 65,- Euro, Ausstellungskataloge gibt es wohl auch , wie immer und dann wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass es ein Benefizkonzert des Esembles Berlin am 17. Juni 2012 um 19. Uhr zugunsten der Villa Liebermann gibt. Es werden gespielt Werke von Poulenc,Debussy und Faure direkt in der Villa.
Dann wurde wegen des großen Erfolgs noch einmal im aktuellen Newsletter darauf aufmerksamgemacht ,dass die Öffnungszeiten erweitert worden sind. Das Haus hat jetzt auch an den Wochenenden bis 19 Uhr geöffnet . Und es gibt ein Early Bird Ticket ( niedlich) von 10- 11 Uhr) und auch ein Evening-Ticket 17:30- 19:00. Ansonsten gelten die normalen Öffnungszeiten.Events und Zeiten auch unter www.liebermann-villa.de zu bekomme.
Bild: Max Liebermann 1927, (in ein paar Tagen kommen eventuell noch andere Bilder hinzu.)
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