Freitag, 31. Dezember 2010

Autorakten als Zvilisationskritik ? Konsumtrophäen in spanischer Wollwäscherei



das Vostell Museum

das was da zu sehen ist, ist nicht eine Sylvesterrakete, sondern eines der Skulpturen von Wolf Vostell.
Der gebürtige aus Leverkusen stammende, in Wuppertal studierende und später in Berlin lebende sammelte nicht nur Unmengen von Büchern , sondern hatte auch die Leidenschaft Autos einzubetonieren. Nicht nur das ,auch Fernseher integrierte er in seine Konstellationen bzw. Installationen.
Der Name des Künstlers war ein Begriff dann für Jedermann seitdem in Berlin eine viel umstrittene Autoskluptur mit Cadillac am Adenauerplatz von ihm aufgestellt wurde.
Dass er auch viel in Spanien war,ist nicht so bekannt.
Dort errichtete er in Malpartida de Cáceres 1976 ein Museum mit noch mehr
" Wohlstandprodukten" in einer ehemaligen Wollwäscherei.



Skulptur, Malpartida de Cáceres, SpanienWolf Vostell (* 14. Oktober 1932 in Leverkusen; † 3. April 1998 in Berlin) war einer der wichtigsten deutschen Maler, Bildhauer und Happeningkünstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Foto übernommen aus Wikipedia

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Auch ein Paar- die Sarkozys



Paarlauf in der Politik

"Ich habe es befürchtet: Berlusconis Wahlsieg bestärkt Nici in der Absicht einer Operation. "Siehst du", hat er gesagt, "man muss nur jung aussehen, dann nehmen einem die Menschen die Überlegenheit auch ab!" Ich habe versucht, ihm klarzumachen, dass seine Werte nicht besser, das Volk nicht zufriedener wäre, wenn er jünger aussehen würde. Aber gegen die schlechtesten Umfragewerte, die ein französischer Präsident je hatte, komme ich mit Logik nicht an. Im Gegenteil, Nici wurde immer aufgebrachter.

Zum Glück stand meine Gitarre griffbereit neben dem Sofa. Ich habe ganz zart ein Lied für ihn gesungen: "Mein kleiner Präsident / Du regierst mit harter Hand und auch Verstand / Doch das Leben ist kein Film / Es ist vielmehr ein Tier / Mal ist es wild und bunt / Dann wieder wie Kätzchen auf Deinem Schoß / Lass mich die kleine Katze sein / Mein kleiner Präsident."


Auszug 22.04.2008 ( geheimes Tagebuch der Carla Bruni geschrieben von Silke Burmester)

Die Taz macht es möglich ,auch einmal fast monarchistisch zu schmökern.
Denn schließlich wohnt Herr Sarkozy doch im Elysee-Palast.
Das wäre den britischen Kollegen schon nicht gestattet. Die haben es nur mit der Downingstreet und den echten Adeligen im Oberhaus.
Nun ist immer viel Gerede darüber , ob jetzt die Gattin des Präsidenten auch mit Politik macht oder nicht oder ob eine Ministergattin , wie z.B. bei zu Guttenbergs präsentieren sollte, wo doch das nur die Frau des Bundespräsidenten tut sollte oder im Zweifel die des Kanzlers. bzw. im deutschen Fall die Kanzlerin. - ( Oder eventuell in Vertretung für die Kanzlers, denn der Herr Merkel zeigt sich nur ganz selten in der Öffentlichkeit.)
Die Finanzen waren in Guttenbergs Fall ja nun geklärt, aber man sollte sich fragen, ob man den Medien weiter nachgeben sollte, die immer so gerne ein " Königspaar" haben möchten.
Klar, das ist gut, als Vorbild, wenn es um eine vernünftige Familienpolitik geht , meinen die einen. Und die anderen denken , damit dann auch ein fortschrittlicheres Frauenbild transportieren zu können, wie etwa bei Schröders oder bei der erst gerade verstorbenen Ehefrau von Helmut Schmidt.

PR- Hin oder Her- wir leben nun einmal nicht in den USA, wo es ohne aktive Präsidentengattin nicht geht. Denn seit der selbstbewussten Jacki Kennedy ist
so eine Rolle nicht nur im Weissen Haus vorgesehen.
Doch wenn man jetzt schaut wie sich das Geschlechterverhältnis in jetzigen Obamaregierung gestaltet, dann könnte man sagen `gut` für die Gattin, aber `mau `für Frau Clinton. Als Paar dürfen die beiden- der Präsident und die Aussenministerin- nicht auftreten, so scheint es .
Jetzt hat flirten nun ja eigentlich nicht viel mit Politik zu tun,oder ?
Jedenfalls ist/ war es doch auch lustig wenn Herr Steinmeier mit der Frau Merkel , fast vertraut wie ein Ehepaar daherkamen und es ist nun auch schon ein Ereignis , wenn her Westerwelle zusammen mit Frau Merkel... da wird oder sollte kein angeheiratet Ehespons ausrasten.
Wie auch immer , für die Presse gibt es immer ein Thema. So oder so.
Ganz allgemein sollte doch das Frauenbild in der Politik mal reflektiert werden.
Bei den Grünen haut das dann schon irgendwie hin, da gibt es dann an der Parteispitze ein gemischtes Doppel und mit Monarchie hat das dann auch nichts zu tun.

Wer sich einfach nur amüsieren will, dem seien die Taz- Seiten( auch im Netz) , verfasst von Silke Burmester empfohlen oder auch die CD: Das geheime Tagebuch der Carla Bruni.

Freitag, 24. Dezember 2010

Die Weihnachtsgans

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weißen Sarg.

Ohne Beine, Kopf, Gekröse
ruht sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?

Oder ist es doch zu kalt ihr?
Man sieht's an der Gänsehaut...
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier:
morgen wird sie aufgetaut.

Hm, welch ein Duft zieht aus dem Herde
durch die ganze Wohnung dann!
Macht, dass gut der Braten werde,
morgen kommt der Weihnachtsmann!

© Heinz Erhard



Allen schöne Feiertag, ob nun so oder so oder auch gar nicht.

Montag, 20. Dezember 2010

Wutbürger und die schreckliche deutsche Sprache

Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden kürte "Wutbürger" zum Wort des Jahres.



Nun hat sich schon Mark Twain darüber beschwert, dass Deutsch ein schreckliche und schwierige Sprache sei. Dies machte er dann auch an den Komposita fest:

Also z.B. Haustür, Geschirrspülabtrocknervorrichtungsanleitung.- Die deutsche Unsitte Nomen und auch eben manchmal auch Adjekte mit Nomen zu fusionieren.



Die Tür des Hauses würde das dann wahrscheinlich in vielen anderen Sprachen heißen, anstatt Haustür.

Bei dem Geschirrspül etc.......(siehe oben) kann ja entsprechend überlegt werden, inwieweit das auch noch anders ausgedrückt werden kann bzw. muss.

Wutbürger -das neue Wort des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache , welches sich dann entsprechend aufbröseln lässt in die Wut und den Bürger.
Das erste Mal wohl verwendet in einem TAZ Artikel 2009, dann wieder aufgegriffen im Spiegel, etwas später dann in allen Medien zu finden .






Eigentlich ist der Begriff nicht sehr schmeichelhaft, weil unter Wutbürger dort eher der gutsituierte Bürger verstanden wurde , wohlhabend aber eben maulig.
So haben sich die Stuttgarter 21er unter diesen Begriff schon nicht wiederbefunden , aber ein Herr Sarrazin dann vielleicht schon eher als solcher bezeichnet werden könnte.
Ist ja auch egal. Sollte sich dieser Begriff wirklich etablieren, dann könnte es eventuell auch noch zu einer positiven Sinnverschiebung kommen mit den Jahren.

Etwa so wie bei den Preußen, wo unter dem Bürger in Uniform der Soldat verstanden wurde und damit der Begriff Bürger eine eher postive Wertung erfuhr.
Bürger als Ausdruck für Demokrat.
Aber hatten wir da nicht auch schon den Begriff Kleinbürger? Was darunter zu verstehen ist, wissen die meisten.
Mal sehen, wie es sich mit dem neuen Wort verhält.
Wut ist ja nun wie klein eher ein wertneutraler Begriff.
Auch wenn die Wortschöpfung «Wutbürger» für die Empörung in der Bevölkerung, «dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden» (die Welt)dann bei der deutschen Gesellschaft für Sprache dazu geführt hatte ,gerade dieses Wort w zu wählen , ist gerade diese Deutung ein Hinweis.

Den Weltbürger gibt es dann ja auch noch...oder fallen Ihnen noch andere Komposita ein?

Gruß an alle die mal wieder nach Fehlern suchen und gerne gefunden haben möchten.
Mark Twain hatte recht mit seiner Kritik an den Komposita, aber selbstverständlich sind Satzklammer plus zusammengesetze Zeiten und der Akkusativ und der Dativ auch besonders schrecklich zu erlernen. Aber wenn man es verstanden hat, kann man es auch gut anderen erklären. So ist denn das zugehörige Buch von Twain auch unter diesen Aspekt interessant, auch wenn man gerne mal wieder einen englischen Text lesen will.
( eine Seite in Englisch und die andere Seite auf Deutsch.

Montag, 13. Dezember 2010


Die Nacht über Lissabon, eine Geschichte von Tango und Fado und einem rettungsbringenden Schiff.

Für mich gibt`s keine Zuflucht mehr,
Mein lieber Schatz, mein Feind,
Erinnerungen hat mir die Nacht gegeben,
Sie soll meine Strafe sein
Fado Gondarem


Kapitelüberschrift gewählt als 3. Akt

-die Geständnisse vom L. BRIZUELA, (Ob nun dieser Fado im Kontext steht zum Roman,mag dahin gestellt sein.)




Schiffe , die nach Übersee gingen 1942 von Lissabon aus ,gab es viele in den Kriegszeiten , wo Portugal den Status eines neutralen Staates inne hatte und die Flüchtlinge sich in im ganzen Land aufhielten.

Der Argentinien er Leopoldo Brizuela hätte aus dem Roman eine sehr internationale Geschichte machen können, aber er hält sich zurück ,fokussiert die argentischen Mitglieder der Botschaft und der argentinischen Gemeinde in Lissabon und stellt einige portugiesische und argentinische Künstler dar , aber nicht die vielen andern , die noch in der Stadt weilten.
Wahrscheinlich weil er die Geschichte eben nicht von deutscher Seite schildert, sondern von argentinischer.
Zentrale Moment im Buch ist das Warten auf die Rede Salazars, dem portugiesischen Diktator, ob er sich auf die Seiten der Briten stelle oder weiter auf den neutralen Status des Landes setze.

Die Menschen harren der Entscheidung mit Angst und der Befürchtung , dass auch bald Lissabon keinen Unterschlupf mehr bieten könnte in der Unsicherheit des Krieges.

Perons Politik war offiziell auch neutral und wenn dann eine Getreidelieferung für Flüchtlinge von argentinischer Seite mit einem Schiff kam, dann war das nicht den offiziellen Politikern zu verdanken, sondern einigen Geschäftleuten namens Mandelbaum etc., die die Lieferung in Gang setzten. So steht es jedenfalls im Roman.

Die damalige argentinische Aussenpolitik ist aus heutiger Sicht nicht so leicht verständlich, wie man meint, und schon deswegen sind die Ereignisse in Botschaftskreisen, die in dem Buch gut recheriet geschildert werden, interessant und weisen auch den Zusammenhang auf Innenpolitisches des Landes.





Der Autor verwendet als Quellen für seinen Roman autobiografische Aufzeichnungen von Discepolo und von Amalia Rodrigues. Übersetze ihre Fadotexte von ihr aus dem Französischen ins Spanische, (ob er keine portugieische Version zur Hand hatte?)
und baute so einen Roman zusammen, der in dieser Form neu ist.
So bietet das Buch sicherlich das eine oder andere künslerische Highlight.




historisches Foto von Amalia Rodrigues
Die Handlung erstreckt sich über eine Nacht mit Rückblenden versehen , wobei der Stil erzählerisch ist und das Buch schon wegen der Seitenanzahl nicht in einer Nacht zu bewältigen ist.

Es ist nicht der erste historische Roman von Leopoldo Brizuela.

So schrieb er auch schon über Inglaterra und Shakespeare in Patagonien.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Arabische Entwicklungshilfe für Australien ?


Im Nahen Osten dürfte man wohl eher selten verwahrloste und verwilderte Kamele sehen.
Dort würde man so etwas eventuell vermuten, aber es ist ein ganz anderes Land, wo es Probleme mit den Kameln gibt.
In Australien wurden die Kamel als Nutztiere eingesetzt und dann bei fehlenden Bedarf in die Wüste freigesetzt.
Angeblich sollen es jetzt um eine Millionen sein. Die größte Herde auf der Welt.
Nun haben die Kamele dann manchmal nicht genügend Wasser ,rotten sich zusammmen(ca. 600) und belagern ganze Dörfer. Der richtige Umgang mit den Tieren ist nicht bekannt. Die Einwohner sind verschüchtert und die Tiere tuen alles um an Wasser und an Nahrung zu kommen .
Die Antwort der australischen Regierung auf diese Vorkommnisse ist, dass die Tiere
aus der Luft abgeschossen werden bzw . verscheucht werden. Das Fleisch geht dann mitunter als Schlachtfleisch wieder zurück in den Nahen Osten. Die Tier werden als Ratten beschimpft.
Sie haben einfach keine natürliche Gegner und vermehren sich entsprechend.
In arabischen Ländern ist ein Kamel so anerkannt wie ein Pferd.
In der arabischen Sprache allein gibt es 160 verschiedene Wörter für Kamele. In den vereinigten Emiraten gibt eigens Kamelforschungszentren, weil die Tier so wichtig sind , auch als Fleisch- und Wolllieferant. Vielleicht sollten sich die Australier mal beraten lassen?

Foto : Pixelio, Maya-Blog

Freitag, 3. Dezember 2010

Inka Parei und das marginale Berlin




" ` das Geld muss ins Schließfach`.

März windet sich. Er kippt seitlich vom Sitzkissen weg, kommt auf die Knie, rafft sich zum Stand hoch und beginnt, im Zimmer auf und ab zu gehen.
Drei halblange Schritte vom Bett bis zur Zimmertür, fünf von der Tür bis zum Ofen, steife Kehrtwendung, kein Blick für die Kohlenkiste, dann wieder fünf Schritte zurück zum Flur.
Ich reiße die Folien auf. Das Kebab ist kalt geworden, ein mit Fett vollgesogenes Fladenmaul, gestopft mit Kalbfleischraspeln und Strähnen aus lila Krautsalat. "



Inka Pareis ist nun nicht so bekannt, dass jeder gleich die Bücher nennen könnte, welche von ihr erschienen sind. Ingeborg Bachmann Preis und mehr.

Der Literaturbetrieb ist schnelllebig. Oder ist eventuell doch noch ein Buch in nächster Zeit zu erwarten?

Laut eigener Aussage ist sie nicht eine Vielschreiberin und das erklärt vielleicht die Situation.

Es gibt nun inzwischen einige Autoren, die Berlin und dabei dann besonders Kreuzberg und vergleichbare Stadtteile zu Schauorten ihrer Erzählungen gemacht haben.
Mit Seven Regner war das zunächst der Knüller, aber auch bei Inka Parei bewegen wir uns in einem Berlin, das Aussenstehenden fast unbekannt ist.
Schattenboxerin ist dann ein Roman , der in einem fast unbewohnten und verlassenen und verfallenen Haus spielt.
Gespenstisch, weil das Haus als Risiko erscheint, jedoch sich als schützend für die Akteure erweist.
Eine Matratze, kein Stromanschluss, entsprechende Kälte, aber seine Ruhe habend.
Fraenkelufer, Baumschulenweg, die S-Bahn nach Wittenau ohne wirkliches Ziel.
Eine Person verschwindet und wird dann von der anderen gefunden. Beeindruckend ist jedoch vor allem die Atmosphäre.

Auch wenn nun manche Kritiker behaupten, dass es sich un einem Krimi handelt, weil ein Bankräuber drin vorkommt (?),so sind es doch eigentlich eher die Stadt und die Selbstreflektionen über fast befremdende Wahrnehmung, die den Roman so einzigartig machen.

Nach einiger Rechere: Es ist ein neues Buch zu erwarten. Titel die Kältezentrale.
Erscheint höchstwahrscheinlich 2011.

Inka Parei, geboren 1967 in Frankfurt am Main, lebt in Berlin.


Auszeichnungen [Bearbeiten]
2003 Ingeborg-Bachmann-Preis für die Lesung eines Auszugs aus Was Dunkelheit war
2000 Förderpreis Literatur des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V.
2000 / 2001 Stipendium des Senats von Berlin
1997 Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin


" Ich stöpsele das Telefon aus, beantrage Waisenrente, vermeide Außenkontakte.
Einmal wöchentlich kaufe ich im nächstgelegenen Supermarkt ein, stapele Vorräte in einer schattigen Ecke des Balkons. An manchen Tagen scheint mein Leben von der Zimmertür bis zur Balkonbrüstung zu reichen, an anderen nur bis zu den Kanten der Matratze."