Sonntag, 16. Oktober 2011

Sandmann ,lieber Sandmann








Sandmann ist nicht nur eine Kneipe in Neukölln- einmal die Flughafenstr. entlang in einen der Bezirke Berlins , das mag so nun für manche ein Geheimtipp sein , aber es ist das erste was mir einfällt, wenn ich an Sandmann denke, noch bevor ich an eine Plastikpuppe denke , die ich mal vor Jahren aus einem Trödelladen gerettet hatte. Ein Ostsandmann, ein niedliche Figur , die den Sand verstreute, bevor die Kinder ins Bett gingen . Quatsch, für mich war es nur eine liebe , nette Figur mit einem überdimensonal großen Kopf, die ich mir an mein Küchenfenster hing, zwecks Deko..
Gab es fast in jeder Generation einen neuen Sandmann , ein Puppe , die dem aktuellen Geschmack entsprach ? ja -nein.Im politischen Sinne schon - einen Ostsandmann und einen Westsandmann . Aber sicherlich könnte man das Ganze auch noch international ausweiten. Denn Sandmänner waren auch in den Niederlanden, Schweden Amerika usw. im Einsatz. Komisch, dass es sie heute kaum noch gibt , diese Erinnerung an die Kindheit für viele. Warum hat uns diese Figur verlassen?

Vielleicht weil die Welt sich so verändert hat . Sicher , der Fernsehsandmann ist nicht mehr präsent , der ist jetzt 50 Jahr geworden und feiert seinem Geburtstag im Filmmuseum Potsdam. Aber geht denn jetzt diese Figur nun auf das Fernsehen zurück , nein sicherlich nicht.... Der Mann ,der den Kindern nachts den Schlaf brachte , gab es schon viel länger , vielleicht so lange, wie auch Geschichten vom Poltergeistern und anderen Wesen gibt.

In einer Erzählung von ETA Hoffmann heisst es:"Nun Kinder zu Bett zu Bett der Sandmannn kommt, ich merk es schon wirklich hörte ich dannn jedesmal Etwas schweren langsamen tritts die Treppe heraufpoltern..."

Aber dann wird es bei ETA Hoffmann gespenztig , und wer glaubt , dass der Sandmann dann wie es uns so vertraut ist , lieb und nett daher kommt, dem wurde wohl Sand in die Augen gestreut.... ich meine , der verkennt den Ernst der Lage in der Erzählung , denn dort ist der Sandmann ein wütendes Wesen , dass die Augen aus den Köpfen der Menschen reißt und mehr als bedrohlich ist . Nur dass er eigentlich schon von dem Kind in der Erzählung enttarnt wird. Es war eine ihm bekannte Person. In diesem falle der Advokat der Eltern.
" Händevoll Sand in die Augen, dass sie blutig zum Kopf herausspringen, die wirft er dann in den Sack und trägt sie in den Halbmond zur Atzung für seine Kinderchen;die sitzen dort im Netz und haben krumme Schnäbel, wie die Eule, damit picken sie der unartigen Menschenkindlein Augen auf"- Grässlich malte sich nun im Inneren mir das Bild des grausamen Sandmanns aus," Das also noch zu ETA Hoffmann , der die Erzählung, der Sandmann, 1816 veröffentlichte.
Jetzt zur
neusten Version , wo es sich nicht ,wie schon oft irrtümlich behauptet, um eine Rezeption des Sandmanmotivs aus der Erzählung von ETA Hoffmann handelt ,sondern um eine eigenständige Geschichte . Ein Sandmann , dem der Sand aus den Kleidern rinnt.
"Benno ist kein netter Mensch. Er regt sich fürchterlich über Sandra auf, welche unter seiner Wohnung ein Café betreibt und davon träumt, als Musikerin entdeckt zu werden. Eines Tages findet Benno Sand in seinem Bett. Zuerst ignoriert er dies, bald aber muss er feststellen, dass er es ist, der Sand verliert. Tag für Tag nimmt der Sandverlust zu und bald rinnt ihm sprichwörtlich die Zeit davon. So muss er sich wohl oder übel an Sandra wenden, denn neuerdings träumt er jede Nacht von ihr. Was hat das wohl mit dem Sand zu tun?" So die Geschichte von jemand andern erzählt. Peter Luisi ist jetzt schon mit mehreren Filmpreisen ausgezeichnet worden für diese komische Liebesgeschichte , wo sich die Hauptperson in Sand aufzulösen droht , wenn nicht die eine Frau mit der er im Zwist liegt ihn rettet.


Bilder von oben nach unten:

- Film der Sandmann von peter Luisi

- Kinderzeichnungen in Potsdam

- Filmmuseum Potsdam, Sonderausstellung zum 50 . Geburtstag vom Sandmann ,verlängert
bis zum 30. November 2011

-Illustration zu der Erzählung `der Sandmann ´von ETA - Hoffmann