Allen schoene Feiertage und einen guten Rutsch ins naechste Jahr!!!
Danke fuer die Unterstuezung und fuer das Interesse an meinem Blog.
Bis die Tage , Birgit Friebel
Freitag, 30. Dezember 2011
Donnerstag, 22. Dezember 2011


Die meisten Menschen , wenn sie zum Ton greifen, fertigen eine Schale, eine Figur oder auch ein Gesicht, aber eine Burg , solche Gebaude aus Ton in Miniatur , ob nun als Brunnen oder als Rauminstallation gibt es so selten . Der Weg dort hin ist schwierig , weil man viel Erfahrungen und Wissen ueber das Material braucht, von Keramiktechniken , die nicht jedem bekannt sind oder erst entwickelt wurden von ihm. Kam Dieter Horn ueber die Malerei hin zur Keramik, so entwickelte er ueber Jahr immer feinere Vorgehensweisen um den Material Ton diese Formen abgewinnen zu koennnen. Mit Erfolg baut er roemische Gebaude nach , Kirchenruinen und toskanische Landschaften , wobei die Herstellung oft ueber Wochen fuer ein Objekt dauert.
Mit Engoben bearbeitet und nicht mit Glasuren,wirken sie natuerlich und orginell und nicht einfach nachbaubar. Selbst wenn man es wollte, waere das mehr als schwierig.
Montag, 19. Dezember 2011
Bruesselmonster und deren Vorstellung von ,wie die Welt zu sein hat.
EWG-----EAEC------EFTA------EWR-------EW-------EU .....TINA? ,"There is no Alternativ?"
Bananenverordnung (2257/94 EG): Bananen müssen in Europa mindestens 14 Zentimeter lang sein und 27 Millimeter dick, Größentoleranz: zehn Prozent. Ferner müssen die Hände beziehungsweise Handteile aufweisen: ein ausreichendes, gesundes Stück Krone normaler Färbung ohne Pilzbefall und eine glatte Schnittstelle an der Krone ohne Scharten, Abrissspuren oder Schaftteilen.
Um nur eine Verordnung zu nennen ,im Harmonisierungsdschungel von Bruessel, denn eigentlich gibt es fast zu jedem Produkt genaue solche Vorschriften , wie wir zu sein haben , wie Sachen sein sollen und es gibt scheinbar keinen Weg daran vorbei.
Wer erinnert sich nicht an die heissen, kritischen Diskussionen zur Einfuehrungszeit der EU, wo sehr viele Bedenken geaeussert wurden.
Jetzt sind die viele Menschen immer nur noch scheinbar auf Afirmationskurs, auf Weltmachtkurs, den man doch schon wegen der Wirtschaft laut EU nicht verlassen sollte. Wer sich dagegen stellt, gegen das Monster in Bruessel, so behauptet Enzensberger ,hat mit starken Gegenwind zu rechnen. Und genau deswegen leben wir in dieser Welt der Vorschriften, bevormundet von einer Buerokratie, einem Dekret stiftenden Monster, dass es versteht alle Impluse einer freien Marktwirtschaft zu ersticken , als wenn wir diese ganzen Standartnormen und Verordnungen fuer Apfelweine, Presslufthammer, Rohmilchkaese, Gluehbirnen und Toiletten- oder Traktorsitze in dieser Form wirklich braeuchten.
Enzensberg , der sich in seinem neusten Buch ueber das EU -genetze abfaellig aeussert, reiht sich damit ein in die Reihe von wichtigen Kritikern.
Etwa zeitgleich zieht auch Gunnar Heinsohn einen Schlussstrich unter die EU und gibt ihr fuer die Zukunft keine Chance mehr. Er schlaegt ein regionale Gliederung vor , der dem nicht endenden wollenden Vorschriftenzwang ein Ende setzen soll.
Wer nun Enzensberg kennt, weiss , dass er ein Freund Europas ist .
Sein Buch "Ach Europa ", war einer der humorvollsten und aber bestechensten Versuche, die Eigenarten der unterschiedlichsten Laender liebevoll zu beschreiben , dass sie nicht nur literarische Qualitaet haben , sondern , dass man Laender einmal wie Polen, Portugal, Spanien , Schweden von ungewohnter Sichtweise bestaunen konnte und auch noch kann.
Sein neustes Essay von 2011 ueber die europaeische Union ist vergleichbar gut und auch lustig lesbar und sollte vielleicht von denen bearbeitet werden , die immer nur auf unkritischen Wegen der Union wandeln. Denn mit Enzensberger kommt die Kritik eher aus der linken, kritischen Ecke und nicht aus einem konservativen Mund, der ein Zuviel an Globalismus ablehnt.
Aber einmal unabhaengig davon, wer wundert sich nicht ueber Formulierungen , wie etwa "Die Durchsetzungsmassnahmen direkt nach der Inkraftsetzung der Rechtsvorschriften sind entscheidend fuer deren Erfolg und fuer den Erfolg der zukuenfigen Ueberwachung und Durchsetzung..." , wahrscheinlich nicht nur Enzensberger allein, der diese Formulierungen in EU Dokumenten gefunden hat.
Sanftes Monster Bruessel, Hans Magnus Enzensberger und Ach Europa ! immer noch.
Bananenverordnung (2257/94 EG): Bananen müssen in Europa mindestens 14 Zentimeter lang sein und 27 Millimeter dick, Größentoleranz: zehn Prozent. Ferner müssen die Hände beziehungsweise Handteile aufweisen: ein ausreichendes, gesundes Stück Krone normaler Färbung ohne Pilzbefall und eine glatte Schnittstelle an der Krone ohne Scharten, Abrissspuren oder Schaftteilen.
Um nur eine Verordnung zu nennen ,im Harmonisierungsdschungel von Bruessel, denn eigentlich gibt es fast zu jedem Produkt genaue solche Vorschriften , wie wir zu sein haben , wie Sachen sein sollen und es gibt scheinbar keinen Weg daran vorbei.
Wer erinnert sich nicht an die heissen, kritischen Diskussionen zur Einfuehrungszeit der EU, wo sehr viele Bedenken geaeussert wurden.
Jetzt sind die viele Menschen immer nur noch scheinbar auf Afirmationskurs, auf Weltmachtkurs, den man doch schon wegen der Wirtschaft laut EU nicht verlassen sollte. Wer sich dagegen stellt, gegen das Monster in Bruessel, so behauptet Enzensberger ,hat mit starken Gegenwind zu rechnen. Und genau deswegen leben wir in dieser Welt der Vorschriften, bevormundet von einer Buerokratie, einem Dekret stiftenden Monster, dass es versteht alle Impluse einer freien Marktwirtschaft zu ersticken , als wenn wir diese ganzen Standartnormen und Verordnungen fuer Apfelweine, Presslufthammer, Rohmilchkaese, Gluehbirnen und Toiletten- oder Traktorsitze in dieser Form wirklich braeuchten.
Enzensberg , der sich in seinem neusten Buch ueber das EU -genetze abfaellig aeussert, reiht sich damit ein in die Reihe von wichtigen Kritikern.
Etwa zeitgleich zieht auch Gunnar Heinsohn einen Schlussstrich unter die EU und gibt ihr fuer die Zukunft keine Chance mehr. Er schlaegt ein regionale Gliederung vor , der dem nicht endenden wollenden Vorschriftenzwang ein Ende setzen soll.
Wer nun Enzensberg kennt, weiss , dass er ein Freund Europas ist .
Sein Buch "Ach Europa ", war einer der humorvollsten und aber bestechensten Versuche, die Eigenarten der unterschiedlichsten Laender liebevoll zu beschreiben , dass sie nicht nur literarische Qualitaet haben , sondern , dass man Laender einmal wie Polen, Portugal, Spanien , Schweden von ungewohnter Sichtweise bestaunen konnte und auch noch kann.
Sein neustes Essay von 2011 ueber die europaeische Union ist vergleichbar gut und auch lustig lesbar und sollte vielleicht von denen bearbeitet werden , die immer nur auf unkritischen Wegen der Union wandeln. Denn mit Enzensberger kommt die Kritik eher aus der linken, kritischen Ecke und nicht aus einem konservativen Mund, der ein Zuviel an Globalismus ablehnt.
Aber einmal unabhaengig davon, wer wundert sich nicht ueber Formulierungen , wie etwa "Die Durchsetzungsmassnahmen direkt nach der Inkraftsetzung der Rechtsvorschriften sind entscheidend fuer deren Erfolg und fuer den Erfolg der zukuenfigen Ueberwachung und Durchsetzung..." , wahrscheinlich nicht nur Enzensberger allein, der diese Formulierungen in EU Dokumenten gefunden hat.
Sanftes Monster Bruessel, Hans Magnus Enzensberger und Ach Europa ! immer noch.
Freitag, 16. Dezember 2011
Das Judasbaumtor- Oya Baydar
Veranstaltungsreihe: Literatür - Deutsch-Türkische Kulturnacht
Lesung und Gespräch
Moderation: Sebnem Bahadir
13.01.2012,20 Uhr
In der Reihe LITERATÜR des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart und des Literaturhauses ist in diesem Jahr mit Oya Baydar eine der renommiertesten Autorinnen der türkischen Gegenwartsliteratur zu Gast. Sie liest aus ihrem im Herbst 2011 auf Deutsch erschienenen Roman Das Judasbaumtor (Erguvan Kapısı). Nach Jahren des Exils kehrt der Kunsthistoriker Teo in seine Heimat Istanbul zurück. Er sucht das geheimnisumwobene Judasbaumtor, Teil der alten byzantinischen Stadtmauer. Doch schon bald bewegt er sich auf den Spuren seiner eigenen Geschichte, die ebenso vielschichtig ist wie die der Stadt. Durch einen Zufall begegnen ihm Derin, Ülkü und Kerem Ali. Auch sie gehen Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit nach: Derin forscht nach dem Mörder ihres Vaters; Ülkü stellt sich einer lange verdrängten Schuld; und Kerem Ali hinterfragt alles, woran er bisher glaubte. Ein raffiniert erzählter Roman, deren Hauptfigur die mystische, immer wieder faszinierende Stadt Istanbul ist. Oya Baydar, geboren 1940, besuchte das Französische Gymnasium in Istanbul und studierte Soziologie. Als Gründungsmitglied der Türkischen Sozialistischen Arbeiterpartei geriet sie nach dem Putsch 1980 ins Visier der Militärregierung, wurde zunächst inhaftiert und musste das Land daraufhin verlassen. Sie lebte u.a. viele Jahre in Deutschland, bevor sie aufgrund einer Amnestie 1992 in die Türkei zurückkehren konnte. Seitdem arbeitet sie als Journalistin, Publizistin und Schriftstellerin. Für ihre zahlreichen Romane und Erzählungen wurde sie mit fast allen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. Für Das Judasbaumtor erhielt sie den Cevdet-Kudret-Literaturpreis, einen der bedeutendsten türkischen Literaturpreise.
In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart
Mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung
Eintritt: Euro 9,- / 7,- / 4,50
Eintrittskarten kaufen Eintrittskarten kaufen
(Veranstaltungsankuendigung entnommen dem Newsletter des Literaturhauses Stuttgart)
Lesung und Gespräch
Moderation: Sebnem Bahadir
13.01.2012,20 Uhr
In der Reihe LITERATÜR des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart und des Literaturhauses ist in diesem Jahr mit Oya Baydar eine der renommiertesten Autorinnen der türkischen Gegenwartsliteratur zu Gast. Sie liest aus ihrem im Herbst 2011 auf Deutsch erschienenen Roman Das Judasbaumtor (Erguvan Kapısı). Nach Jahren des Exils kehrt der Kunsthistoriker Teo in seine Heimat Istanbul zurück. Er sucht das geheimnisumwobene Judasbaumtor, Teil der alten byzantinischen Stadtmauer. Doch schon bald bewegt er sich auf den Spuren seiner eigenen Geschichte, die ebenso vielschichtig ist wie die der Stadt. Durch einen Zufall begegnen ihm Derin, Ülkü und Kerem Ali. Auch sie gehen Geheimnissen aus ihrer Vergangenheit nach: Derin forscht nach dem Mörder ihres Vaters; Ülkü stellt sich einer lange verdrängten Schuld; und Kerem Ali hinterfragt alles, woran er bisher glaubte. Ein raffiniert erzählter Roman, deren Hauptfigur die mystische, immer wieder faszinierende Stadt Istanbul ist. Oya Baydar, geboren 1940, besuchte das Französische Gymnasium in Istanbul und studierte Soziologie. Als Gründungsmitglied der Türkischen Sozialistischen Arbeiterpartei geriet sie nach dem Putsch 1980 ins Visier der Militärregierung, wurde zunächst inhaftiert und musste das Land daraufhin verlassen. Sie lebte u.a. viele Jahre in Deutschland, bevor sie aufgrund einer Amnestie 1992 in die Türkei zurückkehren konnte. Seitdem arbeitet sie als Journalistin, Publizistin und Schriftstellerin. Für ihre zahlreichen Romane und Erzählungen wurde sie mit fast allen bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet. Für Das Judasbaumtor erhielt sie den Cevdet-Kudret-Literaturpreis, einen der bedeutendsten türkischen Literaturpreise.
In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart
Mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung
Eintritt: Euro 9,- / 7,- / 4,50
Eintrittskarten kaufen Eintrittskarten kaufen
(Veranstaltungsankuendigung entnommen dem Newsletter des Literaturhauses Stuttgart)
Montag, 12. Dezember 2011
Von einem scheinbaren Zigeunerjungen , von bemalten Voegeln und dem Krieg
ein Roman von Jerzy Kosinski

Um Voegel fangen zu koenen, kann man einen Vogel bunt anmalen, der wird dann von den schwarzen so lange angegriffen bis er tot zu Boden faellt. Die schwarzen werden dann abgeschossen und so hat der Vogelfaenger sein Einkommen.
Die Welt auf dem Lande im oestlichen Polen ist abenteuerlich und auch gefaehrlich fuer ein Kind, dass von den Eltern zur Zeit des Krieges ausgesetzt wird, damit es die Vernichtungslager umgehen kann und ueberlebt.
Von einer Familie zur anderen wird der Junge mit den olivfarbenden Haut und den schwarzen Augen, der vollkommen ahnungslos ist , was seine Herkunft anbelangt, jedoch trotzdem mitbekommt, dass er zu der Gruppe von Menschen gehoert, die eigentlich gemeldet werden muessten,geschickt.
Er bewegt sich in einer Welt osteuropaischen Aberglaubens, groben Umgangs und exzessiven Christentums, das ihm als seine Rettung erscheint, obwohl er sich nicht daran erinnert kann, in jeglicher Hinsicht einmal religioes unterwiesen worden zu sein. Er erinnert sich nur an Gedichte , die er zur Unterhaltung den Bauern vortraegt, in einer Aussprache, die ihm selbst langsam fremd ist.
Der Junge soll erschossen werden und darf weglaufen und er darf immer wieder unterkriechen, was zwar gut ist, aber oft schauderhaft zugleich fuer ihn ist, wenn da nicht auch eine Verliebtheit waere, eines Jungens, der darueber seine Stimme verliert.
Erst als der Krieg vorbei ist und die russische Armee das Land erobert, kommt er in Sicherheit und ist von diesen Soldaten so eingenommen, dass er spaeter nicht mehr daran denkt, seine Kinderuniform ausziehen zu wollen , um in ein ziviles Leben zuruckzukehren.
Der Roman beruht auf Erlebnissen des Vaters des Schriftstellers, auch wenn vieles fast wie eine Metapher erscheinen mag, aus einer Welt in der Vernichtung von Menschen auf der Tagesordnung stand.
Jerzy Kosinski hatte mit dem bemalten Vogel einen ungeheueren Erfolg.
Die Geschichte des kleinen Jungen , welcher von der katholischen Kirche und der russischen Armee gerettet wurde, ruehrte viele Gemueter. Es wird auch jetzt 2011 nicht anders sein , wo das Buch noch einmal aufgelegt worden ist. Sicherlich eine sinnvolle Idee, bereits erfolgreich gewesene Buecher nach Jahren noch einmal neu auf den Markt zu bringen.
Mit seiner eher einfachen Satzstruktur, aber dichter Handlung in einer Welt, die durch Bilder und Ereignisse so intensiv wird, oft irreal erscheint, jedoch trotzdem an vielen Stellen realistischer dargestellt ist, als man sich das selbst vorstellen kann, zeigt der Roman die Welt eines Kindes , dass das Alltaegliche des Krieges erlebt. Nicht unbedingt als Zeitdokument, wie etwas das Tagebuch der Anne Frank, sondern die literarische Verarbeitung eines Erwachsenen.
Jerzy Konsinski, 1933 in Polen unter dem Namen Josef Lewinkopf als Sohn polnisch-juedischer Eltern geboren, emigrierte in den Vereinigten Staaten. Seine Buecher wuerden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unteranderem darunter National Book Award./

Um Voegel fangen zu koenen, kann man einen Vogel bunt anmalen, der wird dann von den schwarzen so lange angegriffen bis er tot zu Boden faellt. Die schwarzen werden dann abgeschossen und so hat der Vogelfaenger sein Einkommen.
Die Welt auf dem Lande im oestlichen Polen ist abenteuerlich und auch gefaehrlich fuer ein Kind, dass von den Eltern zur Zeit des Krieges ausgesetzt wird, damit es die Vernichtungslager umgehen kann und ueberlebt.
Von einer Familie zur anderen wird der Junge mit den olivfarbenden Haut und den schwarzen Augen, der vollkommen ahnungslos ist , was seine Herkunft anbelangt, jedoch trotzdem mitbekommt, dass er zu der Gruppe von Menschen gehoert, die eigentlich gemeldet werden muessten,geschickt.
Er bewegt sich in einer Welt osteuropaischen Aberglaubens, groben Umgangs und exzessiven Christentums, das ihm als seine Rettung erscheint, obwohl er sich nicht daran erinnert kann, in jeglicher Hinsicht einmal religioes unterwiesen worden zu sein. Er erinnert sich nur an Gedichte , die er zur Unterhaltung den Bauern vortraegt, in einer Aussprache, die ihm selbst langsam fremd ist.
Der Junge soll erschossen werden und darf weglaufen und er darf immer wieder unterkriechen, was zwar gut ist, aber oft schauderhaft zugleich fuer ihn ist, wenn da nicht auch eine Verliebtheit waere, eines Jungens, der darueber seine Stimme verliert.
Erst als der Krieg vorbei ist und die russische Armee das Land erobert, kommt er in Sicherheit und ist von diesen Soldaten so eingenommen, dass er spaeter nicht mehr daran denkt, seine Kinderuniform ausziehen zu wollen , um in ein ziviles Leben zuruckzukehren.
Der Roman beruht auf Erlebnissen des Vaters des Schriftstellers, auch wenn vieles fast wie eine Metapher erscheinen mag, aus einer Welt in der Vernichtung von Menschen auf der Tagesordnung stand.
Jerzy Kosinski hatte mit dem bemalten Vogel einen ungeheueren Erfolg.
Die Geschichte des kleinen Jungen , welcher von der katholischen Kirche und der russischen Armee gerettet wurde, ruehrte viele Gemueter. Es wird auch jetzt 2011 nicht anders sein , wo das Buch noch einmal aufgelegt worden ist. Sicherlich eine sinnvolle Idee, bereits erfolgreich gewesene Buecher nach Jahren noch einmal neu auf den Markt zu bringen.
Mit seiner eher einfachen Satzstruktur, aber dichter Handlung in einer Welt, die durch Bilder und Ereignisse so intensiv wird, oft irreal erscheint, jedoch trotzdem an vielen Stellen realistischer dargestellt ist, als man sich das selbst vorstellen kann, zeigt der Roman die Welt eines Kindes , dass das Alltaegliche des Krieges erlebt. Nicht unbedingt als Zeitdokument, wie etwas das Tagebuch der Anne Frank, sondern die literarische Verarbeitung eines Erwachsenen.

Jerzy Konsinski, 1933 in Polen unter dem Namen Josef Lewinkopf als Sohn polnisch-juedischer Eltern geboren, emigrierte in den Vereinigten Staaten. Seine Buecher wuerden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unteranderem darunter National Book Award./
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Migranten schreiben in Sprachen
"
Wladimir Kaminer , eigentlich jetzt nicht ein Vorzeigeintegrierter
"Ich bin in einem Schwimmbad auf die Welt gekommen. Meine Mutter studierte Festigkeitslehre am Moskauer Institut für Maschinenbau, in ihrer Freizeit ging sie gerne schwimmen, in die offene Schwimmanstalt „Moskau“. Plötzlich kam ich. Meine Mutter legte mich in ein Aquarium und trug nach Hause. Unterwegs schwamm ich im Aquarium hin und her.
Irgendein stark behaarter Fisch mit großem Schnurbart kam mir entgegen, ich erschrak und weinte bitter. Der Fisch weinte ebenfalls. Dann lachten wir. Unsere Tränen lösten sich im Wasser des Aquariums auf es wurde unerträglich salzig. Seitdem habe ich einen Salzzwang.
Diese Geschichte ereignete sich in vorigem Jahrtausend, die offene Schwimmanstalt „Moskau“ wurde inzwischen in die „Kirche für Jesus den Retter am Kropotkin Boulevard“ umgewandelt, stark behaarte Schnurbartfische sind aus der Sowjetunion nach Kanada ausgewandert und niemand mehr weiß, was Festigkeitslehre ist, außer meiner Mutter natürlich, doch sie will es nicht erzählen."
zitiert W. Kaminer
_____________________________________________________________________________________
Migrantenliteratur gibt es schon laenger, ob die denn jetzt unbedingt in der Sprache des Aufnahmelandes geschrieben wird, ist eigentlich nicht notwendig , auch nicht unbedingt erstrebenswert, weil in Deutschland es genuegend Uebersetzer gibt , die die Werke dann auch noch in die deutsche Sprache uebersetzen koennen.
Ein Migrationsroman sollte nicht unbedingt so sein, dass immer nur die Befindlichkeiten zwischen den Kulturen reflektiert werden.Dies ist inzwischen schon sehr oft geschehen . Das Spannungsverhaeltnis zwischen den Kulturen dargestellt ist bald ausgeschoepft , obwohl es eigentlich immer wieder interessant ist. Aber gibt nicht noch andere Themen , wenn man sich in einer neuen Gesellschaft bewegt , als das eigene Fremdsein?
Auch ist es nicht unbedingt notwendig in der deutschen Sprache schreiben zu muessen, damit man nicht zum Vorzeigeintegrierten mutiert.
Denn wenn man als Solcher Erfolg hat, verbessert sich dadurch nicht automatisch die Situation der uebrigen Landleute .
Dann ist man ein Quotenschriftsteller, der zeigt, dass er mit der Mehrheitsgesellschaft mithalten kann.
Immerhin, ein partieller Erfolg , aber im schlimmsten Falle eher ein politischer, als ein kunstlerischer, bei dem sich eine Gesellschaft selbst beweihraeuchern tut als tolerant , multikultuell etc. " Wir haben auslaendische Schriftsteller , die in unserer Sprache schreiben . Wir sind ein Land , der gelungenen Integration ."
Vielleicht sollte man doch nicht so egoistisch sein und die Schreiber weniger
unter politischen und kulturellen Verhaltensdruck setzen. Denn ein Schrifsteller
muss nur in einer Sprache gut sein und nicht ein mehrsprachiges Lexikon sein.
Ausgehend von der Qualitaet , sind dann erst einmal Werke erwaehneneswert von Autoren , die aus dem Exilsituation heraus schrieben. Thomas Mann mochte es nicht, auf Englisch zu schreiben. Auch Brecht lehnte das fuer sich ab, wie Heinrich Mann dann ubrigens auch .
Oskar Maria Graft schrieb auf Deutsch einen Roman , wo es um sein Befinden im Exil ging und auch um die deutsche Minderheit in den USA .
Wenn es jetzt darum ginge einfach die Sprache zu wechseln, einhergehend mit der Migration, waren deutschsprachige Autoren nicht federfuehrend. Ein Kundera brachte es fertig vom Tschechischen zum Franzoesisch zu wechseln, was sicherlich eher die Ausnahme als die Regel ist .
Auch von einem turkischen Autor ist bekannt , dass er vom Tuerkisch ins Englische wechselte . Bei genaueren Hinsehen, war es dann aber die britische Ehefrau , die Uebersetzungshilfe bot bzw. die Fortmulierungshilfen anbrachte.
Mit Waldimir Kaminer, gibt es dann einen juengeren, neuzeitlichen Autor , der es schaffte , obwohl er eigentlich fremdsprachlich deutsch ist und nicht ein Zweitsprachlicher, Literatur von besserem Format zu produzieren. Gleich ganz spontan erfolgreich , ein Genie mit Witz und Humor , eine Ausnahme und kein Muss fuer den Schriftstellern.
Ob er nun seine Texte zunaechst auf Russisch schrieb und dann alles spaeter auf Deutsch uebersetzte ? Heute schreibt er vielleicht alles auf Deutsch, oder er wechselt einfach die Sprachen, je nach Empfinden?
Als auslaendischer Autor sollte man auch weiterhin , den Anspruch und das Recht haben in seiner eigenen Sprache sich mitteilen zu duerfen, ohne gleich in den Verdacht zu geraten nicht genugend talentiert zu sein oder der Aufnahmegesellschaft nicht ausreichend wohlgesonnen gegenueber zu stehen.
Denn immerhin geht es bei Sprachen auch um Identitaeten und da sollte sich der Leser und die Gesellschaft nicht einmischen.
Wie einen Wortschatz finden und entwickeln , der dem Schreiben gerecht wird, ohne als Migrant der ersten Generation auch seine Grenzen zu erkennen?
Schon alleine, dass manche Menschen als Mitglieder von Minderheiten bei ihrer Sprache bleiben , wie etwa Herta Mueller oder auch Kafka sind ein Indiz dafuer , dass es nicht unbedingt notwendig ist, im Literarischen in eine andere Seinsform vorzudringen , wenn man nicht will..
Denn dies bedeutete auch im gewissen Sinne eine Distanzierung und Ablehnung der Herkunftssprache , was nun auch nicht das Ziel einer funktionstuechtigen Migrationspolitik seinen sollte, Menschen darin zu bestaerken die eigenen Wurzeln eventuell sogar zu verleugnen.
So war dann die Entscheidung Kunderas in Franzoesisch zu schreiben ,sicherlich eine politische , wobei ein einfacher Migrant und ein Nichtexilant , wahrscheinlich erst dann sprachlich ganz zu der Aufnahmegesellschaft wechselt , wenn er sich als Bestand dieser Gesellschaft fuehlt und mit seiner Ursprungsgesellschaft weniger verbunden ist.
Verrueckt wird es , wenn man als Angehoeriger einer Minderheit in ein fremdes Land zieht. Doppelt fremd oder vielleicht auch nicht, weil diese Doppelidentitaet schon laengst eingeuebt ist und so der Umgang mit einer neuen Situation , wohlmoglich schneller begriffen wird. So wurde der Roman , der in Serbin geborenen Autorin Melinda Nadj Abonji, die eignbetlich dann auch nocch ungarisch ist im deutschsprachigen Raum schnell ein Erfolg, mit welchen der vielen Sprachen geschrieben und dannn wieder abgeaendert ist da dann fast nicht mehr wichtig.
"„Tauben fliegen auf“ ist die Geschichte einer Emigration aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Familie Kocsis, Teil der ungarischen Minderheit, siedelt über in die Schweiz. Dort erzählt die Tochter Ildiko von der Schwierigkeit, Fuß zu fassen. „Melinda Nadj Abonji schreibt in einem schönen, bildreichen eigenwilligen Ton von einer eigenen Identität“, urteilte die Jury des Preises des deutschen Buchhandels . Das Buch sei „von tiefer und poetischer Kraft“."
Entscheidend ist die Story, das Kuenstlerisch dargestellte, egal in welcher Sprache zunaechst verfasst, gedacht, notiert , wobei sicherlich genau auch ueber dieses ein nicht einheimischer, sprachlicher Zauber vermittelt werden kann, der einem deutschen Text fremd ist.
Giuseppe Giambusso:
“In deiner Sprache“
Ich spreche
mit dir
in deiner Sprache.
Ich esse
mit dir
in deiner Sprache.
Ich singe
mit dir
in deiner Sprache.
Ich streite
mit dir
in deiner Sprache.
Warum
gelingt es mir nicht
dich in deiner Sprache
zu lieben?
Aus: Jenseits des Horizonts/
Al di là dell’orizzonte, 1985, S.75
Die Feridun Zaimoglu erstellte später unter dem Titel Kanak Attack.
" * Cem Erciyes befasst sich mit den aktuellen Trends der jungen Literaturszene und analysiert deren Motive vor dem Hintergrund der gesellschaftlich politischen Entwicklung in der Türkei.
* Karin Yesilada widmet sich der Verortung der deutsch-türkischen bzw. türkisch-deutschen Literatur und dem Selbverständnis junger migrantischer AutorInnen in Deutschland.
* Sibel Kara setzt sich mit der Frage auseinander, welche Rolle die dualistische Kulturkonzeption von Orient und Okzident in der Rezeption der Literatur Orhan Pamuks spielt. " ... sicherlich auch interessant und wichtig Literatur von tuerkischen Autoren besonders noch zu beruecksigen. Die Aufstellung wurde einer Seite des Goetheinstituts entnommen.
Freitag, 2. Dezember 2011
Wie die Zitronen sauer wurden... Ueberlegungen
"Eins muss ich wirklich mal betonen, Ganz früher waren die Zitronen (Ich weiß nur nicht genau wann dies gewesen ist) so süß wie Kandis. Bis sie einst sprachen: 'Wir Zitronen, wir wollen groß sein wie Melonen. Auch finden wir das Gelb abscheulich. Wir wollen rot sein, oder bläulich.' "
Diese Beschwerde erreichte gleich die hoechste Instanz , wenn es nach Heinz Erhardts Vorstellung ginge, der hier zitiert wird. Seitdem sind die Zitronen sauer, glaubt jedenfalls der Dichter. Wie es sich nun wirklich zugetragen hatte, weiss man nicht so genau. Vielleicht waren auch die Melonen schuld oder die Limetten , die sich dann genoetigt gefuhlt haetten, auch suess zu werden.Oder die Melonen haetten dann gelb werden muessen? ...Gibt es schon??. Man weiss auch ...
Pixelio Siepman
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